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Reykjavík
6. April 2020
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Corona – Aktuelle Information für Reisende nach Island – Stand: 02.04.2020

Aktuell sind in Island 1.319 bestätigte Infektionen bekannt (darunter zwei Säuglinge). 7.166 Isländer befinden sich in Quarantäne im eigenen Heim, 1.031 sind isoliert und 43 Personen befinden sich im Krankenhaus, davon 12 in der Intensivmedizin. Vollständig genesen sind 284 Personen und aus der Quarantäne wieder entlassen wurden 8.945 Personen. Über 20.930 Menschen haben sich einem Corona-Test unterzogen. In Island hat es bisher nur vier Todesopfer gegeben (Alle Daten mit Stand: 02. April, 11:00 Uhr, Quelle: covid.is).

Viele Freiwillige der isländischen Rettungsorganisation ICE-SAR und der isländischen Familienhilfe Fjölsylduhjálp helfen den Menschen in Quarantäne und erledigen deren Einkäufe oder andere Besorgungen.

Die Premierministerin Katrín Jakobsdóttir, der Finanz- und Wirtschaftsminister Bjarni Benediktsson und Sigurður Ingi Jóhannsson, Minister für Verkehr und Kommunalverwaltung, haben ein umfangreiches Hilfspaket an. Die Regierung stellt 230 Mrd. ISK (rd. 1,5 Mrd. Euro) oder knapp 8% des isländischen Bruttoinlandsproduktes zur Verfügung. Damit soll die wirtschaftliche Existenz von Menschen und Unternehmen gesichert werden. Die Maßnahmen schützen Arbeitsplätze und erleichtern es den Menschen und Unternehmen, vorübergehende Einkommensverluste zu verkraften. Zu den Maßnahmen zählen im Einzelnen:

  • Die isländische Regierung wird bis zu 75 Prozent der Gehälter übernehmen
  • Staatlich unterstützte Überbrückungskredite für Unternehmen
  • Stundung von Steuerzahlungen
  • Finanzielle Unterstützung für den Tourismussektor
  • Einmalige Kindergeldzahlung
  • Zugang zu den Ersparnissen der dritten Säule (privates Rentensparen)
  • Rückerstattung der Mehrwertsteuer für Bauprojekte
  • Öffentliche Projekte beschleunigt – Investitionen in die technische Infrastruktur

Auch wenn in Island keine internen Reisebeschränkungen bestehen, werden alle Isländer gebeten, über die Osterfeiertage zu Hause zu bleiben.

Die Stadt Reykjavík hat ein „Telefonfreundschaftsprogramm“ ins Leben gerufen, bei dem die Freiwilligen regelmäßigen telefonischen Kontakt zu allein lebenden Sozialhilfeempfängern, die über 85 Jahre alt sind, halten. Das Programm soll dazu beitragen, die soziale Isolation älterer Menschen zu lindern.

Welche Einschränkungen gibt es derzeit in Island?

Derzeit sind folgende Einschränkungen gegeben:

– Veranstaltungen mit mehr als 20 Personen sind untersagt.
– Ebenso sind Gottesdienste oder Versammlungen verboten, bei denen der Mindestabstand von 2 Metern nicht gewährleistet werden kann.
– Dies bedeutet auch, dass viele Geschäfte, Restaurants und Bars beschlossen haben zu schließen, ebenso wie alle Friseursalons, Schwimmbäder, Fitnessstudios, Museen, Bibliotheken, Schönheitssalons und viele andere Dienstleistungen.
– Auch IKEA hat sich zur Schließung entschlossen und leitet die Kunden stattdessen auf seine Website weiter.
– Die Abonnements für Schwimmbäder und Fitnessstudios werden verlängert, um die Schließungen auszugleichen, und für verspätet zurückgegebene Bibliotheksbücher werden keine Geldstrafen verhängt.
– Universitäten und Hochschulen sind geschlossen.
– Schwimmbäder, Schulen, Museen, Bibliotheken und andere öffentliche Einrichtungen werden ab dem 17. März wieder geöffnet, aber es ist mit deutlichen Änderungen der Abläufe und Öffnungszeiten zu rechnen.
– Auch viele Hotels und Gästehäuser sind geschlossen.
– Samkaup wird 12 seiner Nettó- und 17 Kjörbúðin-Läden im ganzen Land zwischen 09.00 und 10.00 Uhr jeden Morgen ausschließlich für ältere Menschen und Menschen mit grundlegenden Gesundheitsproblemen öffnen, solange das Versammlungsverbot in Kraft bleibt.
– Die Fahrgäste der Strætó-Busse werden aufgefordert, durch die Mittel- und Hintertür einzusteigen und Ausweise vorzuzeigen, damit der Fahrer sie im Spiegel sehen kann. Zudem hat Strætó seinen Fahrplan unter Woche auf den Samstags-Fahrplan umgestellt. Die Nachtbusse verkehren zur Zeit überhaupt nicht.
– Mittlerweile sind viele der Hotels und Gästehäuser geschlossen und die Mitarbeiter zum Teil entlassen worden. Es wird davon ausgegangen, dass diese nicht vor Juni wieder eröffnen.
– Icelandair hat beschlossen, den Sommerflugplan um bis zu 30% zu reduzieren.
– Die Fischindustrie Islands erleidet erhebliche Umsatzeinbrüche, da frischer Fisch kaum noch von den Kunden in Europa und dem Rest der Welt abgefordert wird. Grund sind die Vielzahl geschlossener Restaurants.
– Als Folge der Kontaktbeschränkungen sind die Online-Buchverkäufe stark angestiegen, da mehr Menschen als je zuvor Bücher von isländischen Händlern nach Hause geschickt bekommen oder sich für Hörbuchdienste wie Storytell anmelden.

Kann ich derzeit nach Island reisen?

Derzeit kann dies nicht empfohlen werden, da Reisen ins Ausland gemäß Empfehlung des Bundes und der Länder zu unterlassen sind und eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen wurde (Quelle: Auswärtiges Amt).

Risikogebiete

In Island sind alle Regionen außerhalb Islands als Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiet bedeutet, dass alle Isländer, die aus dem Ausland zurückkehren, in eine 14-tägige Quarantäne im eigenen Heim müssen. Touristen fallen derzeit nicht unter diese Regelung, es sei denn, sie beobachten bei sich Symptome, die auf eine Infektion mit dem Corona-Virus hindeuten. Und ausgenommen sind auch die Crews der Passagier- und Frachtflugzeuge und Frachtschiffe.

Ansonsten gelten alle üblichen Hinweise, um eine Ansteckung zu vermeiden, wie z.B. das regelmäßige und intensive Händewaschen u.a.. Solltest Du auf Deiner Reise in Island bei Dir selbst Symptome feststellen, die auf eine Infektion mit Covid-19 schliessen, melde Dich bitte in Island unter der Rufnummer +354 544 4113.

Wo kann ich mich noch informieren?

Wir informieren uns in der Redaktion auf folgenden offiziellen Seiten:

Informationen des isländischen Gesundheitsamts und der Abteilung für Katastrophen- und Notfallmanagement
Informationsseiten des Auswärtigen Amts zu Island
Informationsseiten des isländischen Tourismus-Büro
Dashboard des Center for Systems Science and Engineering (CSSE) at Johns Hopkins University (JHU)

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