Samstag , 29. April 2017
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Jökulsárlón
Jökulsárlón

Die Gletscherlagune Jökulsárlón

Die Natur kann beeindruckende Schauplätze schaffen. In Island zeigt sich die Natur besonders kreativ in der Gegensätzlichkeit natürlicher Gegebenheiten. Ein besonderer dieser Naturschauplätze ist die Gletscherlagune Jökulsárlón. Hier kalbt eine der Gletscherzungen des Vatnajökull Eisberge in einen großen See, der wiederum über einen kurzen Fluss eine direkte Verbindung zum Meer hat.

Bilder dieses Ortes könnten auch aus einem Fjord Grönlands stammen. Mächtige Eisberge driften mit für das Auge kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit durch kristallklares Wasser. Dazwischen tauchen Robben neugierig aus dem Wasser auf und das Geschrei von Strandseeschwalben, in Island Kría genannt, liegt einem ständig in den Ohren. Gebildet wird dieser See durch Schmelzwasser des Breiðamerkurjökull, einem Gletscherausläufer des Vatnajökull, seines Zeichens der größte Gletscher Islands und vom Eisvolumen der größte Gletscher Europas.

Der See hat in den letzten Jahrzehnten rasant an Größe zugenommen. In den Siebziger Jahren hatte er noch eine Größe von rund 8 km², heute ist er mehr als doppelt so groß und bedeckt eine Fläche von ca. 18 km². An seiner breitesten Stelle ist er fünf Kilometer breit und der See hat eine Tiefe von 248 Metern. Damit ist er das tiefste Gewässer auf Island. Die gekalbten Eisberge haben eine Höhe von bis zu 15 Metern über Wasser. Welche gewaltigen Eismassen dann noch unter Wasser sind, wird klar, wenn man weiß, dass sich nur rund 1/8 des Volumens des Eises über Wasser befindet.

Zu finden ist der Jökulsárlón direkt an der Ringstraße zwischen Skaftafell und Höfn. Von Reykjavík kommend kann man direkt nach Überquerung der Brücke, die über den Fluss führt, der den See mit dem Meer verbindet, nach links auf einen großen Parkplatz abbiegen. Dort findet man auch ein kleines Café, welches ein für Island typisches Angebot bereit hält. Neben dem Café ist der Counter zu finden, in dem man Touren mit Amphibienfahrzeugen oder Zodiacs buchen kann. In den Sommermonaten empfiehlt es sich allerdings, die Tour vorher online zu buchen, da der Andrang groß ist.

In den Sommermonaten ist der Gletschersee von vielen Touristen besucht. Wer den See möglichst ohne viel Rummel erleben möchte, sollte früh morgens oder am späten Abend dort sein. Und wer es gar nicht bis dahin schafft, der kann den See jederzeit über eine Webcam von jedem Ort der Welt einsehen.

Die Amphibienfahrzeuge des Typs LARC-V stammen aus dem Bestand des amerikanischen Militärs und wurden nach der Ausmusterung von geschäftstüchtigen Isländern erworben, die damit nun seit über 25 Jahren die Touren über den See anbieten. Ein unvergessliches Erlebnis, mit diesen Fahrzeugen über den See zu fahren. Wer es schneller mag, kann in einer etwas kleineren Truppe mit einem Schnellboot, sogenannten Zodiacs auf den See fahren. Mit high-speed geht es bis zur Bruchkante des Gletschers. Mit ein wenig Glück kann man dort das Kalben eines Eisberges beobachten.

Das gekalbte Eis im See hat ein Alter von über 1.000 Jahren und verweilt bis zu vier Jahre im See, bis es so klein geschmolzen ist, dass es durch den kurzen Fluss ins offene Meer hinausgetragen wird. Jenseits des eigentlichen Sees, direkt an den Stränden des Meeres an der Mündung des kurzes Flusses, der den Gletschersee mit dem Meer verbindet, ist ein weiteres Naturschauspiel zu bewundern. Die ins offene Meer herausgetriebenen Eisstücke werden durch die Gezeiten an den schwarzen Basalt- und Lavastrand gespült. Das strahlende Blau des Eises im Kontrast zum schwarzen Strand ergibt eine skurrile Kulisse. Hier ist meist weniger Rummel, da viele der Touristen sich nicht bis hierhin begeben.

Das Eis hat im Gletscher unter hohen Druck gestanden und enthält deswegen keine Lufteinschlüsse. Dadurch ist es so klar, dass sich das Tageslicht ähnlich wie bei der Entstehung des Himmelblaus darin derart bricht, dass vorwiegend die blauen und türkisen Lichtanteile vom Eis reflektiert werden. Oft sind die Eisbrocken noch von schwarzen Schichten unterbrochen. Dies ist die Vulkanasche lang vergangener Vulkanausbrüche auf Island.

Diese einmalige Naturkulisse wurde oft als Drehort für Film- und Werbeaufnahmen verwendet. Die bekanntesten Filme, die den Jökulsárlón als Kulisse enthalten sind: „James Bond – Stirb an einem anderen Tag“, „James Bond – Im Angesicht des Todes“, „Tomb Raider“ und „Batman Begins“. Wer den Jökulsárlón kennt, wird diesen auch oft in Werbespots wiederfinden, wie z.B. für den Toyota Prius oder den BMW Hydrogen. Teilweise wurde für die Aufnahmen der Fluss zum Meer zugeschüttet, um einen Austausch des Wasser durch die Gezeiten zu verhindern. Damit kann der Salzgehalt reduziert werden und ein Zufrieren des Sees erreicht werden. So wurde es zum Beispiel für die Aufnahmen von „Stirb an einem anderen Tag“ durchgeführt, um die Verfolgungsjagd auf Eis drehen zu können.

Ein besonderes Angebot einer Tagestour kann über unseren Partner Guide to Iceland gebucht werden. Lassen Sie sich mit einem isländischen Superjeep in Reykjavík vom Hotel abholen und fahren zum Jökulsárlón. Diese geführte Tour zum garantierten Tiefpreis bringt Sie an viele sehenswerte Orte der Südküste und gipfelt im Besuch der Gletscherlagune.

Fotoimpressionen vom Jökulsárlón

 

2 Kommentare

  1. Tolle Bilder von Island !

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