Sonntag , 20. August 2017
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Wrack einer Douglas C117-D in der Sólheimasandur
Wrack einer Douglas C117-D in der Sólheimasandur

Verloren in Island – Das Wrack von Sólheimasandur

Ein Fotomotiv aus Island hat immer wieder die Herzen von Fotografen in Wallung gebracht. Die Sprache ist von einem Flugzeugwrack inmitten einer kargen Sandwüste, das wie ein Symbol der menschlichen Vergänglichkeit für immer in der Einsamkeit Islands verloren scheint. In der Tat war es viele Jahre nur für Insider zugänglich und die Lage dieses Flugzeuges ein gut gehütetes Geheimnis, welches nur über mündliche Kommunikation weitergetragen wurde. 2007 wurde dieses ungewöhnliche Fotomotiv einem größeren Publikum erschlossen, als die Musikgruppe Sigur Rós in ihrem Film „Heima“ Aufnahmen des Flugzeugwracks zeigte.

Wrack einer Douglas C117-D in der Sólheimasandur
Wrack einer Douglas C117-D in der Sólheimasandur

Immer wieder waren in Foren Diskussionen zu lesen, in denen sich Fotografen zu dem Motiv und wie man zu diesem gelangt ausgetauscht haben. Auch die Geschichte, wie es dazu kam, dass ein Flugzeug der US Navy in Island verloren ging und warum sich niemand darum kümmerte, es zu bergen, wurde vielfach diskutiert. Von einer Notlandung wegen Treibstoffmangel oder von der Vereisung der Tragflächen war die Rede. Die wirkliche Geschichte ist die, dass am 21. November 1973 eine Douglas C117-D der US Navy auf dem Weg nach Europa wegen Vereisung des Vergasers notlanden musste. Sie ging wenige hundert Meter hinter der Küstenlinie in der Sólheimasandur nieder. Verletzt wurde dabei niemand, aber für die US Navy war es zu mühsam, das komplette Flugzeug zu bergen. Es wurden lediglich die Triebwerke samt Flügel demontiert und einige Innereien des Flugzeuges entnommen. Der Rumpf blieb als geschenktes Strandgut zurück. Die Strände sind in Island in der Regel in Privatbesitz. Das Wrack ging genau zwischen zwei benachbarten Grundstücken nieder und es wurde wohl einige Zeit diskutiert, wem nun das Flugzeugwrack gehört.

Dem Isländer Þórir Kjartansson, Mitglied des damaligen isländischen Rettungsteams gelang einen Tag nach der Notlandung eine seltene Aufnahme des Flugzeugs noch mit Motoren und Tragflächen. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, hatte das Flugzeug damals eine etwas andere Lage. Die heutige Lage kam durch die Bergungsversuche bzw. Aktivitäten zur Demontage der Motoren und Tragflächen zustande.

Bild: Þorir Kjartansson
Bild: Þorir Kjartansson

Früher musste man GPS-Koordinaten folgen, um das richtige Gatter zu erwischen, welches einem die Zufahrt von der Ringstraße zur Sólheimasandur und dem Flugzeugwrack ermöglichte. Heute darf man nicht mehr mit dem eigenen Fahrzeug zum Flugzeug fahren. Die zunehmenden Besucherzahlen und mangelnde Disziplin einiger Besucher haben die Landbesitzer dazu gebracht, das Gelände nur noch für Fußgänger oder lokale Tourguides freizugeben. Von Reykjavík kommend wird man knapp acht Kilometer hinter dem Skógafoss zur Rechten einen Parkplatz sehen, von dem aus man zum Wrack spazieren kann. Die einfache Strecke ist knapp vier Kilometer und hin und zurück sind zwischen 1,5-2 Stunden aufzuwenden.

Behandeln Sie die Umgebung und das Flugzeug mit Respekt. Brechen Sie keine Stücke aus dem Wrack, beschmieren es nicht mit Grafittis und lassen dort keinen Müll zurück. Und seien Sie sich immer bewusst, dass Sie sich auf Privatgelände befinden und das Betreten vom Besitzer nur geduldet ist.

Videos von Fahrten zur Sólheimasandur

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