Unser diesjähriger Island-Aufenthalt ist vorbei. Wieder viel zu schnell, trotz des in diesem Jahr eher bescheidenen Wetters, das uns auf der Reise begleitet hat. Nun gilt es, die vielen Fotos und Videoclips zu sichten und zu verarbeiten. Anbei eine erste zufällige Zusammenstellung von Filmaufnahmen an diversen Plätzen in Island.

Blick auf den SkaftafellsjökullDer Skaftafell Nationalpark umfasst ein Gebiet in der Größe von 4.800 km². Es liegt zwischen Kirkjubæjarklaustur und Höfn im Süden Islands und ist über eine Zufahrt von Der Ringstraße 1 erreichbar. In diesem Gebiet herrscht ein Kleinklima, so dass hier mehr Sonnentage als üblicherweise im Süden Islands auftreten.

So ist das Gebiet durch ein ausgedehntes Birkenwäldchen geprägt. Durch das Verbot des Schafweidens hat sich hier eine saftig grüne Vegetation ausgebildet, die durch zahlreiche gut gekennzeichnete Wanderwege durchzogen wird. Daneben wird die Landschaft geprägt von den Gletscherausläufern Skeiðarájökull, Morsárjökull und Skaftafellsjökull. Auf letzteren fährt man von Reykjavík über die Ringstraße 1 kommend nach einer langen Kurve frontal zu. Eine imposante Kulisse.Blick auf Skaftafellsjökull

Zu Fuße des Skeiðarájökull liegt die Skeiðarásandur, die von mächtigen Gletscherflüssen, insbesondere der Skeiðará durchzogen wird. Bis 1974 stellte dieser Gletscherfluss eines der größten Hindernisse bei der Durchquerung der Skeiðarásandur dar. Dann wurde eine über 900 Meter lange Brücke gebaut, die 1996 bei einem Gletscherlauf total zerstört wurde. Sie wurde aber wieder erbaut und ermöglicht heute ein komfortables Queren der Skeiðarásandur.

Von der Ringstraße 1 führt eine ausgeschilderte Straße zum Zugang des Nationalparks. Dort befinden sich zahlreiche Parkplätze, ein Campingplatz und ein Besucherzentrum. Im Besucherzentrum kann über eine feste Ausstellung und Filmvorführungen viel über den Vatnajökull und das Gebiet erfahren werden. Zudem befindet sich im Besucherzentrum ein Souvenirshop und ein Kaffí, welches Suppen, Sandwiches und andere Kleinigkeiten bietet. In der Hauptsaison kann es dort ziemlich voll werden.

SvartifossVom Besucherzentrum aus werden diverse Touren, z.B. Begehungen des Skaftafellsjökull angeboten. Es ist aber auch Startpunkt für eigene Wanderungen über einen der gut ausgeschilderten bzw. gekennzeichneten Wanderwege im Nationalpark. Eine Wanderung führt vom Campinplatz den Berg hinauf zum Svartifoss, einem sehr schönen Wasserfall, der über einen Abhang aus Basaltsäulen in die Tiefe stürzt.

Im Kurzfilm “Skaftafell” fahren wir zuerst über die Ringstraße 1 in Richtung des Skaftafellsjökull und sehen dann Impressionen dieses Gletscherausläufers, der in den letzten Jahren aufgrund der globalen Erwärmung deutlich zurück gegangen ist.

HaukadalurDas Haukadalur im Süden Islands ist ein Tal mit einem geothermalen Gebiet, welches eine der Touristenattraktionen Islands berherbergt, den Strokkur. Oft wird vom Geysir gesprochen. Dieser ist in der Tat auch im Haukadalur anzutreffen und der Namensgeber für dieses Naturphänomen. Der Geysir selbst ist aber nicht mehr aktiv. Das Vulkansystem, welches Ursprung für das Geothermalgebiet in der Haukadalur ist, trägt auch den Namen Geysir.

Das Haukadalur mit dem Geysir Strokkur ist auch Etappenziel der Touristenroute “Goldener Zirkel”, die von vielen Reiseveranstaltern von Reykjavík aus an einem Tag abgefahren wird. Das Geothermalgebiet ist zur Straße hin eingezäunt, kann aber kostenfrei betreten werden.

Zahlreiche Löcher im Boden, aus denen kochendes Wasser sprudelt, lassen erahnen, wie dünn die Erdkruste an dieser Stelle ist. Warnschilder mahnen zur Vorsicht, aber leider kommt es wohl immer wieder vor, dass Besucher ausprobieren müssen, ob das Wasser wirklich heiß ist und so verbrühen sich wohl immer wieder Besucher die Hände.

Der Strokkur (zu deutsch: Butterfass) ist die Hauptattraktion. Ungefähr alle 10-15 Minuten gibt es eine bis zu 35 Meter hohe Eruption einer Wasserföntane gemischt mit Dampf. Manchmal direkt zweimal hintereinander. Das Warten auf die Eruption ist immer der Nervenkitzel für alle Fotografen und Filmer, die auf den idealen Moment warten, um den Auslöser zu drücken.Strokkur

Etwas weiter oberhalb des Strokkur befinden sich weitere heiße Quellen, z.B. die stark kieselgurhaltige und daher im Sonnenlicht extrem blau schimmernde Quelle Blesi. Viele Besucher haben wohl den Glauben entwickelt, dass das Hineinwerfen von Münzen Glück bringt und so glitzern zahlreiche Münzen in einer der heißen Quellen.

Gegenüber des Geothermalgebietes gibt es ein Touristenzentrum mit Hotel, Restaurant, Imbiss und Souvenirshop. In der Hauptreisezeit ist dort tagsüber einiges los und Bus an Bus bringt Touristen dorthin. Wer dieses Areal für sich geniessen möchte, sollte am frühen Morgen oder späten Abend dort vorbeischauen.

Bókabúðin heißt zu deutsch Buchladen. Die Bókabúðin in Flateyri ist ein altes Ladengeschäft, welches 1905 gegründet wurde und in dem bis 1999 Bücher und Kurzwaren verkauft wurden. Zu dem Ladengeschäft gehört ein Wohnhaus, welches als Museum geöffnet hat. Im Geschäft sind noch die alte Ladeneinrichtung und allerhand der damals angebotenen Waren erhalten.

Die Wohnung war bis 1983 von Guðrún Arnbjarnardóttir bewohnt, die 1916 das Ladengeschäft übernommen hat. Danach stand die Wohnung leer und wurde aufgrund seiner gut erhaltenen und historischen Einrichtung als Museum geöffnet.

Das Ladengeschäft ist heute auch ein Bücherantiquariat, in dem Bücher nach Gewicht verkauft werden. Zu finden ist die Bókabúðin in der Hafnarstræti und hat täglich von 14:00 – 17:00 Uhr geöffnet.

Der folgende Film gibt einen Einblick in das Museum und Ladengeschäft. Auch wenn ich noch nichts verstehe ist es immer wieder schön der isländischen Sprache zuzuhören.

in-the-skeidarasandurDer Skeiðarársandur ist ein Sander an der Südküste Islands. Der Skeiðarársandur ist über 30 km breit und wird von den mächtigen Gletscherflüssen Skeiðará, Sandgigjúkvisl und die Núpsvötn durchzogen. Der Skeiðarársandur ist über 30 km breit und hat eine Fläche von 1300 km². Die Küstenlinie der Skeiðarársandur ist ca. 70 km lang.

Die Ringstraße 1 ist in diesem Gebiet geprägt von teils sehr langen Brücken. Die längste misst eine Länge von über 900 Metern. Die Besonderheit dieser Brücken ist ihre Bauweise. Meist einspurig sind sie aus Metallplatten gefertigt, die auf Betonsockeln aufliegen. Diese Bauweise ist begründet in der Entstehung der Skeidararsandur, die aus etlichen Gletscherlaufen gebildet wurde.

Der letzte Gletscherlauf fand 1996 statt, als der unter dem Gletscher liegende Vulkan Grimsvötn ausbrach und gewaltige Eis- und Wassermassen unter dem Gletscher hervorbrachen und sich gen Meer walzten. Damals wurden fast alle Brücken und weite Teile der Ringstrasse zerstört.

Noch heute erinnern mahnend die wie Draht umgeknickten Stahlträger der alten Brücke an einem Parkplatz an dieses Naturereignis. Mit diesem Wissen auf der Ringstraße unterwegs konnten wir uns nur schwer gegen das etwas mulmige Gefühl wehren, hier unterwegs zu sein, wenn gleich die landschaftliche Szenerie mit den etlichen Ausläufern des Vatnajökull uns sofort in ihren Bann gezogen hat.

In Þingeyri gibt es seit 2009 in der Hafnarstræti ein neues Kaffihús mit dem Namen Simbahöll, welches von einem Belgier betrieben wird. Selbstgebackene Waffeln sind natürlich für einen Belgier Pflicht. Das Kaffihús hat etwas von einer Puppenstube. Wir werden uns das in diesem Jahr näher ansehen. Bis dahin gibt es dieses kleine Video zur Einstimmung.

Auf Wunsch vieler ausländischer Zuschauer habe ich meinen Film nun mit englischen Untertiteln versehen. Dabei habe ich noch die eine oder andere redaktionelle Überarbeitung vorgenommen. Der Film kann in vier Teile aufgeteilt direkt hier oder auf vimeo.com in HD-Qualität eingesehen werden. Die Gesamtlänge beträgt ca. 57 Minuten.

At the request of many foreign viewers, I have provided my film now with english subtitles. By the way, I have made several editorial revisions. The film can be seen divided into four parts directly here or on vimeo.com in HD-quality. The total length is about 57 minutes.

Teil 1 (http://www.vimeo.com/12154733)

Teil 2 (http://www.vimeo.com/12319977)

Teil 3 (http://www.vimeo.com/12561604)

Teil 4 (http://www.vimeo.com/13412292)

Leuchtturm in StraumnesVerlassene Orte gibt es in den Westfjorden viele. Einige dieser Orte, wie Djúpavík, wurden wieder belebt und haben etwas von ihrer Einsamkeit verloren. Doch es gibt auch Orte, deren Einsamkeit und Verlassenheit von Menschen nur selten gestört wird, da keine richtige Straße oder Piste zu diesen Orten führt. An der Küste Hornstrandirs liegt ein solcher Ort: Straumnes.

Straumnes ist eine Landzunge, die die Buchten Aðalvík und Rekavik voneinander trennt. Der westlichste Punkt der Landzunge ist mit Geröll bedeckt. 1916 ist einer der Frachter der isländischen Steamship Company, die Godafoss, hier auf Grund gelaufen. Das Wrack liegt heute noch vor sich hinrostend auf dem Trockenen. Der eigentümliche Leuchtturm wurde 1921 gebaut. Das Bild vom Leuchtturm habe ich freundlicherweise von der Seite Lighthouses of Northern Iceland.

Oben auf dem Berg Skorar errichtete die NATO von 1954 – 1956 eine Radarstation und nutzte diese für zehn Jahre. In dem Film “Straumnes” von Jón Ingi Stefánsson ist genau diese Radarstation das Hauptmotiv. Bei neblig-trüben Wetter aufgenommen sind Jón einmalige Aufnahmen gelungen. Die zu den Aufnahmen laufende Musik ist von Sigur Rós und trägt ebenfalls des Titel Straumnes.

In den WestfjordenDie Westfjorde sind eine entlegene Region im Nordwesten Islands. Die Küstenlinie ist von etlichen Fjorden stark zerfurcht. So stellen die Westfjorde rund 1/3 der Küstenlinie Islands. Die Westfjorde sind sehr dünn besiedelt und viele der ursprünglichen Einwohner haben ihre Höfe und Häuser aufgegeben und sind nach Reykjavík gezogen.

Aber genau diese Einsamkeit macht den Reiz der Westfjorde aus und lockt immer mehr Touristen abseits der Hauptpfade. Um in die Westfjorde zu reisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es bietet sich an, die Westfjorde mit dem Auto zu bereisen. Mit dem Auto kann man von Stykkishólmur mit der Fähre Baldur nach Brjánslækur übersetzen. Die Fähre fährt in den Sommermonaten zweimal täglich nach Brjánslækur. Die Fahrt dauert ca. 3 Stunden und beinhaltet einem kurzen Zwischenstopp an der Insel Flatey.

Oder man fährt mit dem Auto über die Straße 60 von Reykjavík kommend in den Süden bzw. Westen der Westfjorde. Alternativ kann man von Akureyri kommend über die Straße 61 in den Osten bzw. Norden der Westfjorde einfahren.

Eine weitere Möglichkeit ist der Flug mit der isländischen Fluggesellschaft Air Iceland von Reykjavík nach Ísafjörður. Wir haben uns für die Überfahrt mit der Fähre entschieden, um ausgeruht in den Westfjorden anzukommen.

Bei der Fahrt mit dem eigenen oder geliehenen Wagen bietet sich auf jeden Fall ein allradgetriebenes und geländegängiges Fahrzeug an. Die Nebenstraßen sind in der Regel ausschließlich Schotterpisten und setzen einen gewissen Federungskomfort des Fahrzeugs voraus, wenn man nicht allzu gestresst reisen will.Überfahrt mit der Fähre Baldur

Der Kurzfilm “Vestfirðir – Westfjords – Westfjorde” beginnt in Stykkishólmur, wo wir am Morgen auf die Fähre Baldur einschifften. Wir fuhren bei besten Wetter los und konnten auf der Überfahrt Zeuge eines isländischen Sprichwortes werden, welches sinngemäß besagt: “… willst Du anderes Wetter, dann warte eine Viertelstunde …”. So wechselte das Wetter auf der Überfahrt in kurzer Zeit zwischen  strahlendem Sonnenschein zu einem nebligen und wolkenverhangenem Himmel.

In den Westfjorden angekommen fuhren wir zu unserer ersten Unterkunft, welche nur wenige Kilometer von Brjánslækur entfernt liegt. Das Hotel Flókalundur ist ein einfaches, aber gepflegtes Hotel, welches 15 Zimmer und eine Suite anbietet, die alle mit eigenem Bad/WC ausgestattet sind.

Neben der Übernachtung bietet das Hotel ein Restaurant, in dem morgens das Frühstück, mittags von 11:00 – 14:00 Uhr eine Mittagskarte und abends zwischen 18:00 und 21:00 Uhr eine Abendkarte mit typischen Speisen (Suppen, Fischgerichte, Hamburger etc.) angeboten wird.

LátrabjargNachdem wir uns mit einer Suppe gestärkt hatten, machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Tagesziel, den Steilklippen Látrabjarg. Nach Látrabjarg gelangt man über die Straße 612, die einige Kilometer vor Patreksfjörður von der Straße 62 abzweigt.

Auf dem Weg dorthin fährt man längs des Fjords Patreksfjörður, dessen innerster Teil auch Ösafjörður genannt wird. Dort liegt ein gestrandetes Schiff, welches schon zu alt war und sich somit eine Bergung nicht mehr gelohnt hat. Heute bietet es, langsam vor sich hinrostend, ein beliebtes Fotomotiv für Reisende.

Die bis zu 434 Meter hohen Steilklippen von Látrabjarg sind Brutplatz für viele Seevögel, unter anderem auch für den Nationalvogel Islands, den Papageitaucher, in Island Lundi genannt. Der Papageitaucher kennt, obwohl er auch von Isländern gefangen und als Delikatesse gespeist wird, keine große Angst vor den zahllosen Menschen, die in den Sommermonaten, bewaffnet mit Kameras und Teleobjektiven auf der Suche nach einem guten Foto dieses sehr hübschen Vogels sind.Gestrandetes Schiff im Ösafjörður

Nach der Übernachtung in Flókalundur ging es weiter zu unserem zweiten Etappenziel, der Stadt Ísafjörður. Dazu folgten wir der Straße 60 und passierten wundervolle Fjorde, deren Farben im Licht der Sonne kräftig leuchten.

Ungefähr nach einem Drittel der Strecke kamen wir im Borgarfjörður am Dynjandi vorbei. Er ist der größte Wasserfall in den Westfjorden und fällt über eine kaskadierende Felstreppe 100 Meter in die Tiefe.

Am Morgen waren nur wenige Menschen vor Ort und wir konnten dieses Naturschauspiel fast für uns alleine geniessen. Unterhalb des Dynjandi ist eine Campingmöglichkeit mit öffentlichen Duschen und Toiletten, die bei unserem Besuch sehr gepflegt waren.Dynjandi

Kurz vor Ísafjörður mündet die Straße 60 in einen ca. 9 km langen und einspurigen Tunnel, der ins massive Gestein gehauen ist. Beeindruckt von der einspurigen Führung und der stetigen Sorge, was passiert, wenn einem ein dicker LKW entgegen kommen sollte, waren wir noch mehr erstaunt, dass es in dem Tunnel sogar eine Abzweigung gibt, die nach Suðureyri führt.

Nach Durchqueren des Tunnels öffnete sich vor uns der Skutulsfjörður, an dessen Ende die Stadt Ísafjörður liegt. Ísafjörður ist mit ca. 4.000 Einwohnern die größte Stadt in den Westfjorden. Sie liegt auf einer Sandbank, die immer wieder aufgeschüttet wurde, um Neuland zu gewinnen. Die Menschen leben in diesem entlegenen Teil Islands primär vom Fischfang und Tourismus.Häuser in Ísafjörður

In Ísafjörður wohnten wir im gleichnamigen Hotel, dem Hotel Ísafjörður. Es bietet 36 modern ausgestattete Zimmer, alle mit eigener Dusche und WC. Im Hotel gibt es auch ein Restaurant, welches wir aber nicht ausprobiert haben.

Am nächsten Tag ging es weiter zum dritten Etappenziel, dem Hotel Laugarholl in der Nähe von Hólmavík. Dazu fuhren wir über die Straße 61 längs des Ísafjarðardjúp. Auf unserer Fahrt passierten wir eine Vielzahl von Fjorden, deren Schönheit uns immer wieder ins Staunen versetzte und so mussten wir gefühlt alle paar hundert Meter anhalten, um die Ruhe und Aussichten zu geniessen.

ArngerdareyriUnterwegs begegneten uns viele verlassene Gebäude, von denen eines durch seine besondere Architektur hervorstach. Arngerðareyri sind zwei verlassene Gebäude, idyllisch am Ísafjörður gelegen.

Die besondere Bauweise mit den Zinnen stellt ein schönes Fotomotiv dar. Leider hatte ich mich nicht ins Innere des Gebäude gewagt. Weite Teile der Inneneinrichtung sind noch vorhanden und bieten ebenfalls tolle Fotomotive.

Von Laugarholl aus machten wir einen Ausflug nach Djúpavík, einer verlassenen Heringsfabrik am Reykjarfjörður, welche ich aus dem Film Heima von Sigur Rós kannte. Djúpavík wird heute ganzjährig von einem Ehepaar bewohnt, welches sich leidenschaftlich um den Erhalt dieses Abschnittes isländischer Geschichte kümmert.Gestrandestes Schiff in Djúpavík

Im ehemaligen Wohnhaus der Arbeiterinnen betreiben sie ein Hotel, welches den gleichen Namen wie der Ort trägt: Hotel Djupavik. Die Verlassenheit dieses Ortes, gepaart mit der einzigartigen landschaftlichen Kulisse machen den besonderen Reiz von Djúpavík aus. Bei einem Besuch der Westfjorde sollte dieser Ort auf jeden Fall Bestandteil der Reiseroute sein.

In Djúpavík lernten wir Claus Sterneck kennen, einen in Island lebenden Deutschen, der ebenfalls von Djúpavík in den Bann gezogen wurde und in den Sommermonaten einige Zeit dort verbringt. Er war so freundlich und hat uns neben einer Führung durch die Ausstellung Einblick in die alte Hernigsfabrik gegeben.

Abends haben wir dann noch die Küche des Hotels Djúpavík ausprobiert und sehr leckeren Salzfisch mit Kartoffeln und Gemüse gegessen. Mit Wehmut haben wir diesen Ort wieder verlassen, werden aber auf jeden Fall dorthin zurück kehren.

The Icelandic Chef ist nicht der Chef Islands, sondern Völundur Snær Völundarson, ein in Island geborener Koch, der heute ein Restaurant und Bar auf den Bahamas betreibt. Völundur hat eine internationale Laufbahn als Koch hinter sich und ist einer der bekanntesten Fernsehköche, den Island hervorgebracht hat. Wie jeder gute Koch hat auch Völundur ein Kochbuch geschrieben, welches den Titel “Delicious Iceland” trägt.

Der Name verrät schon, dass es hier um Rezepte geht, die Produkte und isländische Gerichte zum Inhalt haben. Das Besondere an dem Buch sind aber neben den Rezepten die im Buch enthaltenen Fotografien von Hreinn Hreinson, einem der besten Fotografen Islands. 2008 drehte Völundur zum Spaß mit Profilm in Island sechs kurze Videoclips, in denen er mit Produkten aus Island ausgefallene Rezepte aus seinem Buch vorführt.



Gunnar Konráðsson (nennt sich selber auch nunni konn) ist ein isländischer Photo- und Videograph aus Akureyri, der zur Zeit in Reykjavík lebt. Er vermag es, typisch isländische Momente der Natur, der Menschen oder Tiere in unbewegten oder bewegten Bildern einzufangen. Als Videograph hat er ein Video aus seinen Aufnahmen zusammengeschnitten und mit der Musik von Steindór Andersen unterlegt. Ein sehr sehenswertes Video mit wirklich typisch isländischen Motiven und Geräuschen.

Pseudokrater am MývatnDer Mývatn ist ein See und eine Region im Norden Islands, die wie viele Gebiete durch vulkanische Aktivitäten gebildet und geprägt wurde. Mývatn heisst auf deutsch Mückensee. Der See macht in den Sommermonaten diesem Namen alle Ehre, wenn Milliarden von Mücken den See bevölkern und sich zu echten Quälgeistern entwickeln.

Zum Glück sind es keine Stechmücken, dennoch schwirren die kleinen Mücken ins Gesicht und wollen einem an den Mund und die Nase. An allen Tankstellen können Mückennnetze gekauft werden, um sich vor diesen Angriffen zu schützen.

Die Einzigartigkeit der Landschaft bleibt davon unberührt. Der Myvatn ist mit 37 km² der viertgrößte Binnensee Islands. Eine Besonderheit sind die kleinen Vulkankrater am Rande des Sees, die aber eigentlich gar keine sind und daher als Pseudokrater bezeichnet werden. Entstanden sind die Pseudeokrater durch Lavaströme, die sich über das Feuchtgebiet ergossen haben. Dabei entstanden Dampfexplosionen, die zur Bildung der Pseudokrater geführt haben.Dimmuborgir

Der See kann mit dem Auto einmal umrundet werden. Rund um den See gibt es einige sehenswerte Dinge die es lohnen, sich für diese Region auch mehr als einen Tag Zeit zu nehmen. Östlich des Mývatn liegt Dimmuborgir, was auf deutsch so viel wie dunkle Burgen heißt.  Dimmuborgir ist ein bizarr geformtes Lavafeld und als abgeschlossener Park mit diversen Wanderwegen zu Fuß zu erkunden.

Nicht unweit von Dimmuborgir befindet sich der Aschekrater Hverfjall. Diese Art von Vulkankrater ist auf der Erde selten anzutreffen. Er entstand durch gewaltige Dampfexplosionen, als heiße Magma mit dem Grundwasser zusammen kam. Die Lava erstarrte durch den Kontakt mit Wasser glasartig. Eine Wasserdampfsäule verhinderte das Absinken im Innern, so dass die Asche nur an den Seiten herab rieselte und einen  Krater mit einem Durchmesser von 1 km und einer Tiefe von 140 m bildete.