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Reykjavík
29. März 2020
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Isländische Küche – Teil 2: Hákarl

Wenn Sie sich mit isländischem Essen auseinandersetzen, werden Sie schnell auf die „Besonderheiten“ der isländischen Küche stoßen. Immer wieder vorneweg wird dann vom Gammelhai berichtet, der von den Isländern gegessen wird. In Island wird er schlicht Hai (Hákarl, ausgesprochen Haukartl) genannt und ist wirklich in den Restaurants und Supermärkten im Speisenangebot.

Zugegeben, ich konnte mich bisher nicht überwinden, davon zu kosten, zumal dieser immer mit einem Gläschen Brennivin (einem isländischen Schnaps) verzehrt wird und ich keinen Alkohol trinke. Hergestellt wird Hákarl aus dem, wie sagt man so schön: fermentierten Fleisch des Grönlandhais. Also schlichtweg aus dem kontrolliert verwesten Fleisch dieser Haiart, um das Fleisch überhaupt genießbar zu bekommen. Der Grönlandhai ist ein Plattenkiemer, der in seinem Fleisch Harnstoff ablagert und somit ungenießbar ist. Nur über die kontrollierte Verwesung kann der Harnstoff abgebaut werden. Dabei wird aber Ammoniak freigesetzt und so riecht Hákarl wie ein seit Tagen voll gepinkeltes Dixie-Häuschen im Hochsommer.

Dennoch soll, abgesehen vom Geruch, der Geschmack und Konsistenz des Fleisches etwas Besonderes sein. Hákarl zu verspeisen, gilt unter Touristen oft als Mutprobe. Aber für die, die es nicht probieren mögen, gibt es einen Trost: Auch nicht jeder Isländer isst gerne Hákarl. Anbei ein kurzer Ausschnitt einer National Geographic-Dokumentation, in der es u.a. um Hákarl ging.

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