Sonntag , 16. Dezember 2018
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Foto von Jóhann Heiðar Árnason

Isländische Küche – Teil 2: Hákarl

Wenn Sie sich mit isländischem Essen auseinandersetzen, werden Sie schnell auf die „Besonderheiten“ der isländischen Küche stoßen. Immer wieder vorneweg wird dann vom Gammelhai berichtet, der von den Isländern gegessen wird. In Island wird er schlicht Hai (Hákarl, ausgesprochen Haukartl) genannt und ist wirklich in den Restaurants und Supermärkten im Speisenangebot.

Zugegeben, ich konnte mich bisher nicht überwinden, davon zu kosten, zumal dieser immer mit einem Gläschen Brennivin (einem isländischen Schnaps) verzehrt wird und ich keinen Alkohol trinke. Hergestellt wird Hákarl aus dem, wie sagt man so schön: fermentierten Fleisch des Grönlandhais. Also schlichtweg aus dem kontrolliert verwesten Fleisch dieser Haiart, um das Fleisch überhaupt genießbar zu bekommen. Der Grönlandhai ist ein Plattenkiemer, der in seinem Fleisch Harnstoff ablagert und somit ungenießbar ist. Nur über die kontrollierte Verwesung kann der Harnstoff abgebaut werden. Dabei wird aber Ammoniak freigesetzt und so riecht Hákarl wie ein seit Tagen voll gepinkeltes Dixie-Häuschen im Hochsommer.

Dennoch soll, abgesehen vom Geruch, der Geschmack und Konsistenz des Fleisches etwas Besonderes sein. Hákarl zu verspeisen, gilt unter Touristen oft als Mutprobe. Aber für die, die es nicht probieren mögen, gibt es einen Trost: Auch nicht jeder Isländer isst gerne Hákarl. Anbei ein kurzer Ausschnitt einer National Geographic-Dokumentation, in der es u.a. um Hákarl ging.

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4 Kommentare

  1. Wie ich in einen Bericht gesehen habe, scheint dieser verrottete Eishai ein wahre Wucht an unangenehmen Gerüchen zu sein. Wie so viele fermentierte Dinge muss man wahrscheinlich mit dem Geschmack groß geworden sein um ihn lieben zu lernen, doch Interesse hätte ich schon an einer Kostprobe des an Harnstoff anmutenden Haies.

    isländischer Gammelhai – Puls4

  2. Danke für den Link !

  3. Hákarl isst man auch nur, weil es einen Schnaps dazu gibt. Bei Hildibrandson auf Bjarnarhöfn war ich übrigens auch schon mal, er ist wahrlich ein Unikum. Diesen Artikel vom Besuch von Vincent Klink habe ich gefunden:

    http://www.abendblatt.de/vermischtes/journal/article312913/Wo-das-Essen-zum-Himmel-stinkt.html

    Vor zwei Jahren war ich in Island zum Vögel gucken. Im kleinen Fischerort Vopnafjörður in Ostisland hatten frühmorgens Fischer einen Eishai angelandet und zerlegten ihn. Ui, das war gruselig. Der Hai hatte noch eine komplette kleine Robbe im Bauch, auch sonst allerlei „Unrat“. Da verging mir fast jeglicher Apetit. Bis zum Picknick vergingen zum Glück noch einige Stunden. Interessant war’s aber schon. Ein Spektakel gab es, wenn die Fischer den wartenden Eissturmvögeln etwas vom Hai ins Wasser warfen. Wer glaubt Möwen seien schon gierig, der hat noch keine Ansammlung von mindestens 100 gefräßigen Eissturmvögeln gesehen, unglaublich.

    Marianne

  4. Hallo Marianne,
    oh, das war ja ein Erlebnis. Danke für den Link zum Artikel.
    Gruß
    Marco