Mittwoch , 11. Dezember 2019
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Der richtige Mietwagen für den Islandurlaub

Straße 93 bei Seyðisfjörður
Das Mietwagenportal für Island

Text: Rebecca Schnobl

Die lang ersehnte Traumreise rückt in greifbare Nähe und ihr wollt die Insel individuell mit einem Mietwagen erkunden? Für viele Reisende wirft dieser Entschluss allerdings erst einmal einige Fragen auf, da die Insel durchaus spezielle Anforderungen an Fahrer und Fahrzeug stellt.

Im Folgenden werden die gängigsten Fragen beantwortet, unter anderem:

  • Welchen Mietwagen brauche ich?
  • Gibt es Unterschiede zwischen den Jahreszeiten?
  • Benötige ich Spikes im Winter?
  • Welche Straßen sind erlaubt oder zugänglich?
  • Welche Versicherungen sind empfehlenswert?
  • Wird für die Abholung eine Kreditkarte benötigt und wird eine Kaution blockiert?
  • Wie erfolgt die Abholung am Flughafen KEF?

Die Frage nach dem richtigen Mietwagen für Island ist grundsätzlich sehr abhängig von der gewünschten Reiseroute und der Jahreszeit. Während im Sommer, von Mai bis etwa Mitte Oktober, ein Kleinwagen mit Zweiradantrieb für eine Umrundung der Ringstraße vollkommen ausreicht, ist dies im Winter nicht zu empfehlen.

Die beliebten Reiserouten im Süden und rund um den Golden Circle sind im Winter in der Regel besser gewartet als andere Strecken im Land, wodurch man bei guter Witterung durchaus Glück haben kann, und mit einem Standardfahrzeug vorankommt. 

In der Reisezeit von November bis April empfiehlt sich allerdings generell ein Allradwagen, bevorzugt mit erhöhter Bodenfreiheit (Geländewagen oder SUVs). Für eine Reise, die auch in den Osten oder Norden führen soll, ist dies absolut notwendig. 

Viele Vermietungen statten ihre Mietwagen von November bis April mit Winterreifen mit Spikes aus, kleinen Metallstiften für besseren Halt. Während dies auf dem Land sinnvoll ist, wird die Nutzung vor allem in Reykjavík mehr und mehr verpönt: Der Asphalt nutzt sich bis zu 100 mal schneller ab, der Spritverbrauch erhöht sich, es entsteht Lärmbelastung und Luftverschmutzung durch Asphaltpartikel.

Das Straßensystem

Hochlandstraßen (sogenannte F-Straßen) sind im Winter nicht zugänglich, egal, was für ein Wagen gemietet wird. Im Sommer sind diese nur mit einem Allrad-Geländewagen befahrbar. 

Viele Reisende sind besorgt, ob spezielle Straßen selbst mit Geländewagen nicht befahren werden dürfen – diese Besorgnis ist jedoch unbegründet: Sollte dies der Fall sein, dann ist es nur zum Wohl der Reisenden selbst. Manche Hochlandstrecken, z. B. die F249, sind aufgrund von nicht überbrückten Flüssen sehr gefährlich zu befahren.

Im Fall der F249 nach Thorsmörk verläuft die berüchtigte Krossá auf der Route. Dieser Fluss ist unberechenbar, sowohl von seinem Verlauf her als auch bezüglich der Tiefe und Stärke. Motorschäden, die durch eindringendes Wasser verursacht werden, sind nicht versichert und müssen komplett vom Reisenden beglichen werden. Abgesehen von Motorschäden kann es auch zu Schlimmeren kommen, wie beim tragischen Tod einer jungen Touristin im September 2018. Generell ist dringend davon abzuraten, im Alleingang und ohne Erfahrung eine Flussüberquerung zu wagen.

Im ganzen Land gibt es noch immer etliche ungeteerte Schotterstrecken (vor allem in den Westfjorden), die generell mit einem Zweiradfahrzeug befahren werden können – bei weitem nicht jeder Isländer besitzt schließlich einen Jeep. Was das Fahrgefühl angeht, ist dies allerdings eine ganz andere Frage: Wenn viele abgelegene Ziele im Reiseverlauf sind, oder die Westfjorde angefahren werden, macht ein Geländewagen zu jeder Jahreszeit Sinn.

Versicherungen

Mietwagen werden mit der staatlich vorausgesetzten CDW-Versicherung vermietet. Dies ist eine Art Teilkasko, die ebenso eine Haftpflichtversicherung beinhaltet. Die CDW-Versicherung enthält in der Regel keinen Unterbodenschutz und versichert weder Reifen noch Scheinwerfer, Windschutzscheibe oder Schäden an den Türen (verursacht durch Wind).

Die SCDW-Versicherung ist eine Erweiterung dessen, und reduziert die Selbstbeteiligung bei Kollisionsschäden. Manche Vermietungen bieten auch Premium-Versicherungen an, bei denen die Selbstbeteiligung entfällt (laut Vertragsbedingungen).

Neben der SCDW-Versicherung ist eine Steinschlagversicherung (GP) sehr zu empfehlen, da selbst auf asphaltierten Straßen oft Steinchen liegen, und Steinschläge und Lackkratzer zu den gängigsten Schäden gehören.
Falls eine Reifenversicherung (TI) angeboten wird, ist diese ebenso zu empfehlen.

Die SADW- bzw. SAAP-Versicherung (Sand- und Ascheschutz-Versicherung) ist bei erhöhtem Sicherheitsbedürfnis und in Risikogebieten eine gute Wahl. Zu den Risikogebieten gehören vor allem der Südosten des Landes, mit seinen weiten Sandwüsten, sowie das Hochland. Die Wahrscheinlichkeit eines Sandsturmes erhöht sich im Frühling und Herbst, wo es vermehrt zu Sturm kommt. Schäden dieser Art sind relativ selten, aber sehr teuer: Im schlimmsten Fall muss der komplette Lack erneuert werden.

Das Fahren im Winter bedarf größter Vorsicht

Die Abholung

Für die Abholung des Mietwagens wird eine Kreditkarte auf den Namen eines Fahrers benötigt. Die Kartennummer wird aus Sicherheitsgründen gespeichert, um im Schadensfall die Karte zu belasten. Die meisten Vermietungen blockieren mittlerweile keine Kaution auf der Karte – wenn dies jedoch der Fall ist, beläuft sich die Summe auf die Höhe der Selbstbeteiligung.

Die Mehrheit der Autovermietungen hat kein Büro im Flughafen Keflavík. Dies ist nicht unbedingt schlecht, da oftmals ein Mitarbeiter der Firma in der Ankunftshalle wartet, um Reisende zum Mietbüro zu bringen, oder sogar mit dem Wagen vor Ort ist. Dies kann lange Wartezeiten verhindern.
Viele Vermietungen greifen auch auf einen Shuttlebus-Service zurück: In diesem Fall weist ein Schild den Weg zum Busstandort, kurz außerhalb des Flughafengebäudes. Das Logo der Vermietung ist auf dem Schild aufgeführt, sollte diese den Shuttleservice nutzen. Die Mietbüros befinden sich alle in kurzer Entfernung zum internationalen Flughafen, in oder bei der Ortschaft Keflavík.

Wer diese Informationen beherzigt, sollte bei der Mietwagenbuchung eine leichte Wahl haben und kann der Anmietung entspannt entgegen blicken.

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