Freitag , 17. November 2017
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Trau dich, klein zu träumen – Ein Interview mit Hafdís Huld

Hafdís Huld (Bild: Alisdair Wright)
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Dare to dream small
Dare to dream small

„Dare to dream small“, auf Deutsch „Trau Dich, klein zu träumen“ ist das neue Album der sympathischen und immer gut gelaunt wirkenden Sängerin Hafdís Huld. Mit ihrem neuen Album erntet sie bereits kurz nach Veröffentlichung im Juli von vielen Seiten großes Lob. Im isländischen Radiosender Rás 2 wurde es zum Album der Woche gekürt und das Londoner Musikmagazin musicOMH schreibt: „Hafdís Huld has undoubtedly given us one of the loveliest, freshest records of 2017 to date.“ Hafdís, mit vollem Namen Hafdís Huld Þrastardóttir, wurde am 22. Mai 1979 in Reykjavík geboren und begann ihre musikalische Laufbahn bereits im Alter von 16 Jahren. 1995 spielte Hafdís eine Rolle in einem Film und traf dabei acht weitere Künstler. Zusammen kamen sie auf die Idee, Musik für diesen Film zu produzieren und gründeten das Musik-Kollektiv Gusgus. Hafdís begleitete die Band auf zwei Alben und Tourneen. Videos aus dieser Zeit sind auf YouTube zu finden, wie z.B. die spektakuläre Performance von Gusgus bei einem Auftritt im Nite Club des deutschen Fernsehsenders VIVA aus 1997.

Dirty Paper Cup
Dirty Paper Cup

1999 verliess Hafdís Gusgus und begann eigene Songs zu schreiben. Bevor sie mit ihrer Solokarriere durchstartete, arbeitete sie mit FC Kahuna, einem britischen DJ Duo zusammen. Sie sang mit Evan Pearson und Tom Middleton und spielte in den Filmen „The Icelandic Dream“ und „Dramarama“ mit. 2008 sang sie eine Cover Version des Songs „Stop!“ von Sam Brown, welcher für einen Werbespot von Mercedes-Benz Verwendung fand, indem sie selbst zu sehen ist. Sie begann ein Studium am London Centre of Contemporary Music, welches sie 2006 erfolgreich abschloss. In diesem Jahr veröffentlichte sie auch ihr Debüt-Album „Dirty Paper Cup“, welches bei den Icelandic Music Awards den Preis für das beste Pop-Album und internationale Aufmerksamkeit erhielt. Bis sie drei Jahre später ihr zweites Album veröffentlichte, spielte Hafdís als Vorband von Paolo Nutini und hatte Auftritte auf diversen Musik-Festivals auf der ganzen Welt. Ihr zweites Album mit dem Titel „Synchronised Swimmers“ erschien 2009 und konnte direkt an den Erfolg des ersten Albums anschliessen. Zwei Titel aus dem Album schafften es in Island auf Platz 1 der Charts und auch international gelang es Hafdís, erneut Aufmerksamkeit zu erlangen.

Hafdís lebt in einer Beziehung mit dem Musiker Alisdair Wright. 2012 wurde ihre Tochter geboren. Dies bremste sie nicht in ihrer Kreativität und inspiriert durch die Schwangerschaft veröffentlichte sie 2012 ihr drittes Album mit dem Titel „Vögguvísur“, was auf Deutsch „Schlaflieder“ bedeutet. Danach erhöhte sie ihre Taktung und bereits 2014 erschien ein weiteres Album mit dem Titel „Home“ und 2015 das Album „Barnavísur“, welches nach Vögguvísur wieder Kinder als Zielgruppe hatte und diverse Vorschullieder enthält. Mit ihrem neuesten Album „Dare to dream small“ ist Hafdís wieder ein kleiner Geniestreich gelungen. Songs, die vom Gitarrenklang oder vom Klang eines Klaviers, aber vor allem von Hafdís kristallklarer Stimme dominiert werden und ein wohliges Gefühl guter Laune vermitteln. Erfrischend unplugged und natürlich. Musik zum Träumen, vor allem für kleine Träume.

Hafdís Huld (Bild: Alisdair Wright)
Hafdís Huld (Bild: Alisdair Wright)

ZAUBER DES NORDENS hatte die Gelegenheit mit Hafdís zu sprechen. Anbei ein Auszug aus dem Interview.

Was ist die Intention Deines neuen Albums?

„Auf Dare to Dream Small singe ich über das Feiern der kleinen Dinge und glücklich mit dem zu sein, was man hat. In der modernen Gesellschaft mit all ihren sozialen Medien gibt es einen ständigen Druck auf die Menschen, immer mehr zu tun, schneller zu laufen, besseres Essen zu kochen, mehr Geld zu verdienen. Aber das Leben ist kein Wettkampf und die Dinge müssen nicht perfekt sein. Erlaube dir selbst, klein zu träumen.“

Welcher Song Deines Albums ist Dein Favorit?

„Ich denke, es ist der Song „Summer inside“, denn ich fühle, dass es der Song ist, der den Ton des Albums vorgibt und natürlich der Titelsong „Dream small“ , denn er hat eine wichtige Botschaft.“

Wie würdest Du Deine eigene Musik beschreiben?

„Ich glaube, ich würde sagen, es ist Folk/Pop-Musik mit interessanten Texten und einem isländischen Drall.“

Wir haben den Eindruck, Du bist eine sehr fröhliche Person, die es liebt, Spaß zu haben und viel zu lachen. Liegen wir da richtig?

„Ja, da hast Du recht. Ich bin ein glücklicher Mensch und ziehe es vor, die positiven Seiten von Dingen zu sehen. Ich feiere die kleinen Dinge und versuche, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen.“

Vor ein paar Jahren bist Du Mutter geworden. Wie hat dies Dein musikalisches Leben beeinflusst?

„Während ich mit meiner Tochter schwanger war, habe ich ein Album von isländischen Schlafliedern aufgenommen, also vermute ich, dass die Mutterschaft von Anfang an meine Musik beeinflusst hat. Bevor unsere Tochter geboren wurde, kam die Musik immer zuerst und wir haben viel Zeit im Ausland verbracht, aber jetzt ist sie das Wichtigste in unserem Leben und wir passen unsere Musik an unser Familienleben an. Es erfordert etwas mehr Organisation, aber bis jetzt hat es gut funktioniert.“

Während dieser Zeit hast Du Deine natürliche Haarfarbe herauswachsen lassen. Warum bist Du nun wieder zu Blond zurückgekehrt?

„Ich spiele gerne mit meinen Haaren und neige dazu, die Farbe regelmäßig zu wechseln. Meine natürliche Farbe ist dunkelblond, aber im letzten Jahr oder so hatte ich sie sogar in babyrosa. Also ich empfehle nicht, dass die Leute versuchen, mich nur anhand meiner Haarfarbe zu erkennen.“

Und nun eine Frage, die Du bestimmt öfter gehört hast. Was denkst Du über den Einfluss der isländischen Landschaften auf die musikalische Kreativität der isländischen Bevölkerung?

„Ich denke, als Künstler wirst du immer davon beeinflusst, wo du wohnst, ob du es realisierst oder nicht. Deine Umgebung neigt dazu, dich zu beeinflussen, wie du fühlst und Einfluss zu nehmen, auf die Musik, die du produzierst.“

Und wie beeinflusst die Natur Deine Kreativität?

„Ich habe bemerkt, dass seit meiner Rückkehr in die isländische Landschaft meine Lieder irgendwie ruhiger und glücklicher erscheinen, und das muss davon beeinflusst sein, wie friedlich es hier ist.“

Was ist denn Dein Lieblingsort in Island?

„Es gibt so viele schöne Orte hier in Island zu besuchen und es ist schwer, nur einen zu empfehlen, aber auf meiner letzten Tour von Island nahm ich einen Tag frei und ging für einen langen Spaziergang in den Ásbyrgi Canyon, es ist wirklich magisch dort.“

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