Mittwoch , 20. März 2019
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Haukadalur – Das Tal der Geysire

Für viele Menschen steht Island eng in Verbindung mit Vulkanismus und heißen Quellen. Eine der weltweit bekannten Touristenattraktionen liegt im Haukadalur im Südwesten Islands. Dieses Tal mit einem geothermalen Gebiet ist Heimat des Geysirs, dem Namensgeber dieses Naturphänomens. Der Geysir selbst ist aber nicht mehr aktiv, bzw. eruptiert in so großen zeitlichen Abständen, dass man nicht auf einen Ausbruch warten sollte. Aber zum Glück gibt es in dem Tal noch weitere Geysire. Einer davon eruptiert durchschnittlich alle 15-20 Minuten und lockt die vielen Touristen an diesen Ort. Die Rede ist vom Geysir Strokkur, was auf deutsch soviel wie Butterfass bedeutet. Der Name rührt daher, dass sich die Wasseroberfläche des Strokkur kurz vor einem Ausbruch nach oben wölbt und dabei an ein Butterfass erinnert.

Strokkur kurz vor dem Ausbruch
Strokkur kurz vor dem Ausbruch

Das Haukadalur mit dem Geysir Strokkur ist auch Etappenziel der Touristenroute „The Golden Circle“, die von vielen Reiseveranstaltern von Reykjavík aus an einem Tag abgefahren wird. Insbesondere im Sommer scharen sich daher teilweise gleichzeitig mehrere Busladungen von Touristen um den Geysir und quittieren einen Ausbruch mit lauten „Aaahhs“ und „Ooohhs“. Das Areal wirkt im Sommer mittlerweile überlastet, was kurzzeitig dazu geführt hat, dass die Landbesitzer Eintrittsgeld erhoben haben. Aber die Regierung stoppte dieses Vorgehen. Dennoch muss es in Zukunft eine Regulierung geben, damit dieses Gebiet nicht vollständig zertrampelt wird. Wer kann, sollte das Haukadalur am frühen Morgen oder späten Nachmittag bzw. Abend besuchen, wenn die Reiseveranstalter mit ihren Bussen die Routen verlassen haben.

Wie Geysire funktionieren wurde von Robert Bunsen Mitte des 19. Jahrhunderts erforscht. Die in der Erde stehende Wassersäule hat im oberen Bereich Temperaturen deutlich unterhalb des Siedepunktes von Wasser. In größeren Tiefen allerdings Temperaturen weit oberhalb des Siedepunktes. Das ist möglich, da sich durch die Wassersäule mit zunehmender Tiefe der Druck erhöht. Steigt nun dieses heiße Wasser oberhalb des Siedepunktes in Bereiche mit geringerem Druck auf, bilden sich schlagartig Wasserdampfblasen, die nach oben steigen und die darüber befindliche Wassersäule mit nach außen tragen. Wenn nun noch die Geometrie des Gesteinsgang entsprechend ausgebildet ist, kommt es zu den Eruptionen, die im Falle des Strokkur bis zu 35 Meter hoch sein können.

Rush hour am Strokkur
Rush hour am Strokkur

Zahlreiche Löcher im Boden, aus denen kochendes Wasser sprudelt, lassen erahnen, wie dünn die Erdkruste an dieser Stelle ist. Warnschilder mahnen zur Vorsicht, aber leider kommt es wohl immer wieder vor, dass Besucher ausprobieren müssen, ob das Wasser wirklich heiß ist und so verbrühen sich immer wieder Besucher die Hände. Etwas weiter oberhalb des Strokkur befinden sich weitere heiße Quellen, z.B. die stark kieselgurhaltige und daher im Sonnenlicht extrem blau schimmernde Quelle Blesi. Viele Besucher haben den Glauben entwickelt, dass das Hineinwerfen von Münzen Glück bringt und so glitzern zahlreiche Münzen in einer der heißen Quellen. Übrigens eine Unart, die von den Isländern sehr missbilligt wird. Man sollte überall darauf verzichten, Münzen in heiße Quellen oder ähnliches zu werfen. Es geht dadurch kein Wunsch in Erfüllung.

Das Vulkansystem, welches Ursprung für das Geothermalgebiet im Haukadalur ist, trägt auch den Namen Geysir, genau gesagt des „großen Geysir“. Ende des 19. Jahrhunderts versuchte der damalige Besitzer dieses Gebietes, der Bauer Sigurður Pálsson, sein Land an die isländische Regierung zu verkaufen. Die isländische Regierung ging allerdings nicht auf sein Angebot ein.  Zur selben Zeit hielt sich James Craig, Sohn eines Whisky-Produzenten aus Belfast in Island auf und lernte Sigurður kennen. Er kaufte das Land, wurde aber von seinem Vater dafür gerügt, der diesen Kauf missbilligte. Das Land wurde mehrfach weiterverkauft, bis es wieder in den Besitz des Isländers, Sigurdur Jónasson kam. Er vermachte das Land 1935 dem isländischen Volk.

Gegenüber des Geothermalgebietes gibt es ein Touristenzentrum mit Hotel, Restaurant, Imbiss und Souvenirshop. Eine Übernachtung lohnt, kann man den Strokkur dann in den frühen Morgen- oder den späten Abendstunden fast alleine für sich geniessen.

Alles über den Golden Circle findet Ihr auch in der Erstausgabe des Printmagazins ZAUBER DES NORDENS.

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