Samstag , 29. April 2017
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Der goldene Zirkel – The Golden Circle

Der goldene Zirkel (The Golden Circle) ist eine Touristenroute im Südwesten Islands unweit der Hauptstadt Reykjavík. Auf dieser Route können an einem Tag diverse Sehenswürdigkeiten im Umland besucht werden. Die Nähe zur Hauptstadt Reykjavík macht diese Tour sehr beliebt bei Touristen und den zahlreichen Anbietern.

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Die klassischen Stationen des Golden Circle sind:

  • Nationalpark Þingvellir
  • Geothermalkraftwerk bei Nesjavellir
  • Geothermalgebiet Haukadalur (Geysir und Strokkur)
  • Wasserfall Gullfoss
  • Kirche Skálholt
  • Vulkankrater Kerið

Früher war je nach Anbieter noch der Garten Eden in Hveragerði ein Etappenziel. Dabei handelte es sich um einen Gärtnereibetrieb mit von Geothermalenergie versorgten Gewächshäusern, in denen neben einer botanischen Ausstellung auch ein großer Touristenshop und Café integriert waren. Leider ist dieser Betrieb einem Feuer zum Opfer gefallen. Da die Besitzer nicht versichert waren, konnte der Garten Eden nicht neu aufgebaut werden. So ist Hveragerði heute nicht mehr Teil der Route der Reiseanbieter. Aber auch ohne den Garten Eden ist Hveragerði einen Besuch wert.

Wer die Route von Reykjavík selbst fahren will, sollte Reykjavík in Richtung Akureyri verlassen (über die Ringstraße). Kurz nach Mosfellsbær zweigt die Straße 36 in Richtung Þingvellir ab. Nach ungefähr 30 km auf der Straße 36 sieht man den Þingvallavatn, den bis zur Stauung des Þórisvatn größten Binnensee Islands. Die Straße 36 führt längs des Sees in Richtung Norden zur Almannagjá (der Allmänner-Schlucht). Dort lohnt sich ein ausgiebiger Spaziergang, der einen zwischen die Kontinentalplatten Amerikas und Europas führt, die an dieser Stelle mit der Geschwindigkeit wachsender Fingernägel auseinander driften.

Der Golden Circle auf eigene Faust

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Neben dieser Besonderheit ist das Þingvellir ein historischer Ort für die Isländer, tagte hier doch die gesetzgebende Versammlung Alþing, eines der ältesten Parlamente der Welt. Hier wurde zum Beispiel im Jahr 1000 die Annahme des Christentums beschlossen. Parken kann man auf Parkplätzen entlang der Straße 361. Diese geht von der Straße 36 an einer Kreuzung ab, auf der es links zur Kaldidalur (Straße 550) und rechts auf die Straße 361 geht. Geradeaus führt die 36 weiter, auf der sich nach wenigen Metern links ein Touristenzentrum mit Informationstafeln, Shop und Café befindet. Dort kann man nach oder vor dem Spaziergang zu einem kleinen Snack und Getränken einkehren.

Kirche in Þingvellir
Kirche in Þingvellir

Zweites Etappenziel ist das Haukadalur, ein Geothermalgebiet, welches durch ein besonderes Naturphänomen, den Geysir, weltweit bekannt geworden ist. Die ursprüngliche Springquelle, die Namensgeber für dieses Naturphänomen wurde, ist nicht mehr bzw. nur in sehr großen Zeitabständen aktiv. Aber der sich auf dem gleichen Gelände befindliche Strokkur stößt zuverlässig alle 15-20 Minuten eine bis zu 35 Meter hohe Wasserfontäne in die Höhe. Strokkur heisst auf deutsch Butterfass, da sich die Wasseroberfläche vor dem Ausstoss wie ein Butterfass nach oben wölbt.

Von Þingvellir kommend erreicht man das Haukadalur durch Weiterfahrt auf der Straße 36. Ungefähr auf Höhe der Mitte des Þingvallavatn zweigt nach links die vor wenigen Jahren neu gebaute Straße 365 in Richtung Laugarvatn ab. In Laugarvatn fahren Sie auf die Straße 37, die wiederum nach einigen Kilometern auf die Straße 35 führt. Von Laugarvatn ist der Geysir bereits ausgeschildert. Gegenüber des Gebietes befinden sich die Parkplätze, ein Hotel, eine Tankstelle und ein sehr großer Touristenshop mit einem Selbstbedienungs-Café, wo es zahlreiche Snacks und Getränke gibt.

Strokkur kurz vor dem Ausbruch
Strokkur kurz vor dem Ausbruch

Wenn man der Straße 35 weiter folgt, kommt man nach wenigen Kilometern automatisch zum nächsten Etappenziel, dem Gullfoss oder zu deutsch „goldenen Wasserfall“. Seinen Namen hat er seiner Gischt zu verdanken, die bei tief stehender Sonne gülden leuchtet. In zwei, im rechten Winkel zueinander stehenden Stufen, fällt das Wasser rund 32 Meter in die Tiefe. Zwischen den beiden Stufen liegt ein begehbares Plateau, auf dem man das Gefühl bekommt, mitten im Wasserfall zu stehen.

Fast hätte es dieses Naturergebnis nicht mehr gegeben, da Pläne existierten, den Fluss Hvíta zur Energiegewinnung zu stauen. Aber dank einer tapferen Isländerin, die damit drohte sich in die Fluten des Flusses Hvítá zu stürzen, wurde von diesem Bauvorhaben Abstand genommen. Noch heute erinnert eine Gedenktafel an diese tapfere Isländerin mit dem Namen Sigríður Tómasdóttir. Am Gullfoss lohnt sich ebenfalls ein Besuch des Touristenshops und des Cafés, das bekannt für seine Lammfleischsuppe (Kjötsuppa) ist, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Gullfoss
Gullfoss

Das nächste Ziel auf der Route ist Skálholt, eine beeindruckende Kirche und ehemaliger Bischofssitz. Man erreicht Skálholt, indem man auf der Straße 35 wieder einige Kilometer zurück in Richtung Haukadalur fährt und nach links auf die Straße 30 in Richtung Fluðir abbiegt. Der Straße 30 folgt man bis zum Abzweig zur Straße 358 Richtung Reykholt. Auf der Straße 358 folgt man der Beschilderung in Richtung Reykholt (man wechselt dann zwischendurch noch auf andere Straßen). In Reykholt selbst befindet man sich wieder auf der Straße 35. Auf dieser geht es nach ca. 12 Kilometern nach links auf die Straße 31 in Richtung Laugarás ab.

Kurz nachdem man abgebogen ist, sieht man auf der rechten Seite die Kirche Skálholt, zu der eine kleine Straße abzweigt. Der Ort wird von der Kirche beherrscht, die mit einer Länge von 30 Metern und einer Höhe von 25 Metern zu den größeren Kirchen Islands zählt. Dennoch standen an diesem Ort bereits größere Kirchen mit einer Länge von bis zu 50 Metern. Durch Brände oder andere Umstände wurden die Kirchen zerstört und auf dem Platz immer wieder neue Kirchen erbaut, deren Fundamente unterhalb der Kirche zu besuchen sind.

Skálholt
Skálholt

Nach Skálholt steht der Vulkankrater Kerið als Etappenziel an. Um zum Kerið zu gelangen, fährt man wieder zurück auf die Straße 35 und folgt dieser nach links. Nach ungefähr 30 Kilometern auf der Straße 35 kommt auf der linken Seite der Vulkankratersee Kerið (ist ausgeschildert). Hier wird ein Eintrittsgeld erhoben. Dieses beträgt 350 ISK für einen Erwachsenen (entspricht in etwa 2,30 Euro, Stand: Februar 2016). Der Krater ist 55 m tief und hat eine Größe von ca. 270 mal 170 m und damit eine Fläche von etwa 0,05 km². Die Wassertiefe schwankt zwischen 7 und 14 m.

Nach dieser Etappe kann man je nach bis hierher verbrauchter Zeit überlegen, ob man Hveragerði als nächstes Etappenziel nimmt oder es auslässt und direkt in Richtung des Geothermalkraftwerkes Nesjavellir fährt. Je nachdem kann mit allen Stopps und Aufenthalten die Zeit schon sehr fortgeschritten sein wird und es ist empfehlenswert, Hveragerði auszulassen und in eine andere Tour zu integrieren. Aber das sei jedem selbst überlassen. Auf dieser hier skizzierten Tour geht es weiter zum letzten Etappenziel, dem Geothermalkraftwerk Nesjavellir.

Kerið
Kerið

Um zu diesem zu gelangen, fährt man auf der Straße 35 noch knapp 8 Kilometer weiter und folgt nach rechts der Straße 350. Am Ende der Straße 350 geht es nach links auf die Straße 360 weiter, die längs des Þingvallavatn automatisch am Geothermalkraftwerk Nesjavellir vorbeiführt. Der genaue Name des Kraftwerks ist Nesjavallavirkjun. Es wurde von 1987 – 1990 gebaut und versorgt Reykjavík mit Strom und Wasser. Mittlerweile existiert noch ein weiteres Kraftwerk auf dem gleichen geothermalen Feld, das Geothermalkraftwerk Hellisheidi.

Nach diesem Kraftwerk kann man entlang der Heißwasserpipelines auf der Straße 435 wieder zurück nach Reykjavík fahren. Für die gesamte Tour sollten ca. 10-12 Stunden eingeplant werden. Es lohnt sich also früh zu starten. Wenn man sich nicht nicht selbst verpflegen kann, gibt es unterwegs an den einzelnen Etappenzielen, insbesondere im Þingvellir, im Haukadalur und beim Gullfoss Gelegenheit etwas zu essen und zu trinken. Auch im Ort Laugarvatn und Laugarás gibt es Supermärkte oder Tankstellen, wo man einen Snack zu sich nehmen kann.

 

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